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16.05.2008 - 18.05.2008

Haigerloch (D) 
 
Haigerloch (Baden-Württemberg)
Lehrgang mit Bruno Maule aus Novara
Bericht im Schwarzwälder Boten vom 28.05.2008  

Die Aufmerksamkeit des Samurai erfüllt den gesamten Raum. Auch wenn er sich höflich verneigt, ist er vollständig präsent und bereit, augenblicklich auf einen Angriff bzw. auf jegliche Veränderung adäquat zu reagieren. Diese Präsenz sei ein Vorbild für die 50 Teilnehmer des Ki-Aikido-Lehrgangs in Haigerloch, der von den Ki-Aikido-Schulen des Zollernalbkreises organisiert wurde, so Sensei Bruno Maule (6. Dan) aus Novara.

Damit der Aikidoka sich frei bewegen kann, ist es sinnvoll die verschiedenen Möglichkeiten kennen zu lernen, wie eine Technik ausgeführt werden kann. Meister Maule beschäftigt sich neben dem Aikido auch mit anderen Kampfkünsten. Er hat sich im Laufe der Jahre ein umfangreiches Wissen über die Ursprünge und Entwicklungen der Bewegungen erarbeitet. Bei dem internationalen Lehrgang vom 16. bis 18. Mai zeigte er den Schülern vor allem Techniken und Zusammenhänge, die im regulären Training nicht erklärt und geübt werden. Im Ki-Aikido wird auf Schläge und Tritte zur Abwehr weitgehend verzichtet. Stattdessen werden die Bewegungen des Angriffs umgeleitet und durch Würfe oder Hebel die Gefahrensituation entschärft. Diese Abwehrtechniken haben ihren Ursprung oft in Gegenschlägen, die das Ziel hatten, den Angreifer so zu treffen, dass er keinen weiteren Angriff mehr durchführen kann. Auf deren Grundlage sind Bewegungen entstanden, die schonender mit dem Angreifer umgehen und dadurch ein Aufschaukeln der Gewalt verhindern sollen.

Neben waffenlosen Übungen demonstrierte Meister Maule Übungen mit dem Holzschwert, dem so genannten „Bokken“. Nachdem in Japan das Tragen von Schwertern verboten wurde, entwickelten sich aus dem Schwertkampf viele Techniken, die in der waffenlosen Selbstverteidigung eingesetzt werden. Die Bokken-Übungen im Aikido dienen heute vor allem zum Erlernen von Körperbeherrschung und Koordination. Meister Maule hat dafür ein eigenes Übungsprogramm entwickelt, das im Lehrgang vermittelt wurde.


Erscheinungsdatum: Montag 19.05.2008

Kunst der Selbstverteidigung
Aikido-Seminar in der Witthauhalle mit Sensei Bruno Maule

Bereits zum wiederholten Mal fand in der Witthauhalle ein internationales Aikido-Seminar mit Sensei Bruno Maule, 6. Dan, aus Italien statt. Dabei gab es auch für die jüngeren Aikidoka eine Trainingsstunde.

CARÖLA LËNSKI

Haigerloch  Das von den Ki-Aikido-Schulen Hechingen und Balingen sowie dem Verein Ki-Aikido Haigerloch am Wochenende veranstaltete Seminar in der Haigerlocher Witthauhalle startete am Freitagabend unter der Leitung von Sensei Bruno Maule aus Novara/Italien und wurde am Samstagvormittag fortgesetzt. Ab 11.30 Uhr widmete sich der Meister mit dem 6. Dan (Schwarzgurt) eine Stunde lang ausschließlich den jüngeren Aikidokas, bevor es nach dem Mittagessen im Dojo - an dem Ort, an dem der Weg geübt wird - wieder für die Erwachsenen weiterging und am Abend die Prüfungen abgenommen wurden. Auch am Sonntag standen Übungen auf dem Plan.
 
Mit einem aktionsreichen Programm, das im Laufe der Morgenstunden so manchen Aikidokas den Weg nach unten auf die Matte - beziehungsweise den Tatami - wies, begann der Samstagvormittag. Relativ ruhig war es in der Haigerlocher Sporthalle, als es für die Erwachsenen galt, die Übungen unter dem strengen Blick von Sensei Bruno Maule auszuführen. Konzentriert und aufmerksam ließen sie die Bewegungen, die der Sensei ihnen vorführte, auf sich wirken, um sie dann so gut wie möglich mit Lerneifer, jedoch auf eine scheinbar völlig unbeeindruckte Art und Weise auszuführen. Geübt wurden, um nur zwei Übungen zu nennen, "shiho nage" und "Yokomen uchi". "Shiho nage" ist ein Vier-Richtungs-Wurf, wobei man das Handgelenk des Übungspartners ergreift, ihn öffnet und durch diese Öffnung unter dem Arm des Partners hindurch geht. Beim "Yokomen uchi" (rechts) gleitet die rechte Hand zur linken Hand, die Stockspitze geht hinter den Rücken, es erfolgt ein Schlag über die rechte Seite nach links unten. Der Großteil der Aikidokas war in den typischen Hakama (Hosenrock) gekleidet, der nur ab dem Jokyu-Grad getragen werden darf. Einzig das stumpfe Aufeinandertreffen der Stöcke, einzelne Kampfschreie und das Klatschen des Meisters, der den Übenden regelmäßig Einhalt gebot, unterbrachen die Stille in der Sporthalle.

Martialisch mutet die Sportart nur auf den ersten Blick an, denn Aikido - eine defensive Kampfkunst für moderne Menschen - ist auch eine praktische Lebensphilosophie und ein alles umfassender Ausgleichssport.
 
Frauen und Männer trainieren gemeinsam und es gibt keine Gewichtsklassen und Wettkämpfe. Aikido ist aktive Abkehr von jeder Gewalt, aber trotzdem - oder gerade deswegen - eine sehr überzeugende Kunst der Selbstverteidigung.
 
Im Zollernalbkreis gibt es Aikido seit zirka 1980 (Gebhard Stein). 1985 gründete Bernhard Boll in Haigerloch einen Aikidoverein, aus dem die Gruppen Owingen, Haigerloch und Balingen hervorgegangen sind.
 
Derzeit gibt es Ki und Aikido in Balingen bei der dortigen Volkshochschule unter der Leitung von Yves Opizzo, den Ki Aikido Verein Haigerloch e. V. mit dem 1. Vorsitzenden Jean-Jacques Greuter und das Ki und Aikido Dojo Hechingen mit Bernhard Boll. Die Hechinger Gruppe trainiert in den Räumen der Lichtstube in Stetten.
 


 



 



  

2008-05-30