Bereits zum wiederholten Mal fand in der
Witthauhalle ein internationales Aikido-Seminar mit Sensei Bruno
Maule, 6. Dan, aus Italien statt. Dabei gab es auch für die jüngeren
Aikidoka eine Trainingsstunde.
Haigerloch Das von den
Ki-Aikido-Schulen Hechingen und Balingen sowie dem Verein
Ki-Aikido Haigerloch am Wochenende veranstaltete Seminar in der
Haigerlocher Witthauhalle startete am Freitagabend unter der
Leitung von Sensei Bruno Maule aus Novara/Italien und wurde am
Samstagvormittag fortgesetzt. Ab 11.30 Uhr widmete sich der
Meister mit dem 6. Dan (Schwarzgurt) eine Stunde lang
ausschließlich den jüngeren Aikidokas, bevor es nach dem
Mittagessen im Dojo - an dem Ort, an dem der Weg geübt wird -
wieder für die Erwachsenen weiterging und am Abend die Prüfungen
abgenommen wurden. Auch am Sonntag standen Übungen auf dem Plan.
Mit einem aktionsreichen Programm, das im Laufe der Morgenstunden
so manchen Aikidokas den Weg nach unten auf die Matte -
beziehungsweise den Tatami - wies, begann der Samstagvormittag.
Relativ ruhig war es in der Haigerlocher Sporthalle, als es für
die Erwachsenen galt, die Übungen unter dem strengen Blick von
Sensei Bruno Maule auszuführen. Konzentriert und aufmerksam ließen
sie die Bewegungen, die der Sensei ihnen vorführte, auf sich
wirken, um sie dann so gut wie möglich mit Lerneifer, jedoch auf
eine scheinbar völlig unbeeindruckte Art und Weise auszuführen.
Geübt wurden, um nur zwei Übungen zu nennen, "shiho nage" und "Yokomen
uchi". "Shiho nage" ist ein Vier-Richtungs-Wurf, wobei man das
Handgelenk des Übungspartners ergreift, ihn öffnet und durch diese
Öffnung unter dem Arm des Partners hindurch geht. Beim "Yokomen
uchi" (rechts) gleitet die rechte Hand zur linken Hand, die
Stockspitze geht hinter den Rücken, es erfolgt ein Schlag über die
rechte Seite nach links unten. Der Großteil der Aikidokas war in
den typischen Hakama (Hosenrock) gekleidet, der nur ab dem
Jokyu-Grad getragen werden darf. Einzig das stumpfe
Aufeinandertreffen der Stöcke, einzelne Kampfschreie und das
Klatschen des Meisters, der den Übenden regelmäßig Einhalt gebot,
unterbrachen die Stille in der Sporthalle.
Martialisch mutet die Sportart nur auf den ersten Blick an,
denn Aikido - eine defensive Kampfkunst für moderne Menschen - ist
auch eine praktische Lebensphilosophie und ein alles umfassender
Ausgleichssport.
Frauen und Männer trainieren gemeinsam und es gibt keine
Gewichtsklassen und Wettkämpfe. Aikido ist aktive Abkehr von jeder
Gewalt, aber trotzdem - oder gerade deswegen - eine sehr
überzeugende Kunst der Selbstverteidigung.
Im Zollernalbkreis gibt es Aikido seit zirka 1980 (Gebhard Stein).
1985 gründete Bernhard Boll in Haigerloch einen Aikidoverein, aus
dem die Gruppen Owingen, Haigerloch und Balingen hervorgegangen
sind.
Derzeit gibt es Ki und Aikido in Balingen bei der dortigen
Volkshochschule unter der Leitung von Yves Opizzo, den Ki Aikido
Verein Haigerloch e. V. mit dem 1. Vorsitzenden Jean-Jacques
Greuter und das Ki und Aikido Dojo Hechingen mit Bernhard Boll.
Die Hechinger Gruppe trainiert in den Räumen der Lichtstube in
Stetten.